Mal­spiel (Arno Stern)

Jeder Mensch trägt in sich die Fähig­keit zur freien, spon­ta­nen Äußerung.

Der Malort erfüllt die beson­de­ren Vor­aus­set­zun­gen, die den unge­hemm­ten freien Aus­druck ermög­li­chen. Hier gibt es kein „begabt“ und „unbe­gabt“, kein „schön“ und „häss­lich“, kein „gelun­gen“ und „miss­ra­ten“. Hier ist der Ort, wo sich die schöp­fe­ri­schen Kräfte ent­fal­ten kön­nen… und doch ist dafür eine Halt gebende Struk­tur wichtig.

An die­sem beson­de­ren Ort mit sei­nen Regeln und Ritua­len sind die äußer­li­chen Gege­ben­hei­ten zumeist sehr ähn­lich, egal, wo wir ihn auf der Welt betreten.

Innerhalb dieser ähnlichen Räume aber fin­det der Malende die größt­mög­li­che Frei­heit, einer Spra­che Aus­druck zu ver­lei­hen, die das wie­der­gibt, was noch VOR dem Erwerb der ver­ba­len Spra­che erfah­ren wurde und was der Päd­agoge und For­scher Arno Stern als bild­ne­ri­sche Urspra­che bezeich­net. Dies fin­det jen­seits von Kunst oder The­ra­pie statt und ist ein ursprüng­li­ches Bedürf­nis eines jeden Menschen.

Arno Stern machte diese Erfah­rung erst­mals 1946, als er in einem Pari­ser Kin­der­heim mit ihm anver­trau­ten Kriegs­wai­sen malte. Die Freude die­ser Kin­der am Malen führte ihn zu sei­ner Lebens­auf­gabe. In mitt­ler­weile 60jähriger Pra­xis ent­wi­ckelte er einen Raum, in dem jeder unab­hän­gig von Alter, Bil­dung und Bega­bung sein authen­ti­sches Aus­drucks­be­dürf­nis ent­de­cken und befrie­di­gen kann: den Malort.

Beim Malen im Malort wer­den keine (Kunst-)Werke her­ge­stellt. Das Mal­spiel geschieht um sei­ner selbst wil­len. Es braucht kein­e nach­träg­li­che Bewer­tung oder Deu­tung, wohl aber bedarf es eines bestimm­ten Schutz­rau­mes, damit diese Bewer­tun­gen nicht statt­fin­den. Das alles sind Fra­gen, die bei einer Info­stunde oder einem Ein­füh­rungs­ge­spräch erläu­tert werden.

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