Warum gerade Kunsttherapie?

Der Mensch unse­rer Zeit ist durch zweck­ge­rich­tete Auf­ga­ben nor­ma­ler­weise so voll­stän­dig in Anspruch genom­men, dass er wie­der regel­recht ler­nen muss, jene andere, intuitiv-künstlerische Dimen­sion in sich zu ent­de­cken, die ihn erst zum wah­ren Men­schen macht.“
Club of Budapest

Was der Club of Buda­pest hier fest­stellt, habe ich selbst erlebt, als ich im jah­re­lan­gen auf­rei­ben­den All­tag als allein­er­zie­hende Mut­ter und auf dem Job den Zugang zu der ande­ren Dimen­sion in mir fast ver­lo­ren habe. Als Kind und jun­ger Mensch habe ich die Ver­bin­dung mit mei­nen Idea­len und mit die­ser mehr intui­ti­ven Seite selbst­ver­ständ­lich gelebt und war mir sicher, sie nie ver­lie­ren zu kön­nen – ich wusste nicht, dass diese Ver­bin­dung auch ver­schüt­tet wer­den kann.

Ich sehe es heute als eine Auf­gabe, für diese Dimen­sion, die in unse­rer Gesell­schaft zuguns­ten einer mehr nut­zen­ori­en­tie­ren und intel­lek­tu­el­len Lebens­weise zu kurz kommt, Räume zu schaffen.

Kunst­the­ra­pie ist in die­sem Sinne ein Ange­bot für jeden, v.a. aber für Men­schen, die eine Ergän­zung oder Alter­na­tive zu kör­per­ori­en­tier­ten bzw. ver­ba­len The­ra­pie­for­men suchen. Hier steht nicht das Gespräch im Mit­tel­punkt, obschon es einen wich­ti­gen Teil aus­macht. Viel­leicht haben Sie schon Psy­cho­the­ra­pie gemacht oder eini­ges ande­res aus­pro­biert, was Ihnen gut tut und wei­ter­hilft. Viele Men­schen blei­ben jedoch bei der Umset­zung ihrer Erkennt­nisse auf der ver­ba­len Ebene ste­cken – im Kopf, wie wir sagen.

Die Welt der Far­ben und For­men kor­re­spon­diert mit der Welt unse­rer Emp­fin­dun­gen und Gefühle. Kunst­the­ra­peu­ti­sche Beglei­tung setzt auf einer sinn­li­chen, unmit­tel­ba­ren Ebene an und eröff­net uns die Bil­der­spra­che, die wir in uns tra­gen. Sie zeigt auch unse­ren der­zei­ti­gen kör­per­li­chen und kräf­te­mä­ßi­gen Zustand. Das ist der Ist-Zustand, von dem wir aus­ge­hen und einen Weg entwickeln.

Die Beglei­tung ist so etwas wie ein gemein­sa­mes „Spie­len“, bei dem immer wie­der inne­ge­hal­ten wird und wir zusam­men auf das schauen, was sich an Neuem, Uner­war­te­tem, aber auch an Alt­be­kann­tem zeigt.
Darin liegt die Chance, „Mus­ter“ zu ver­wan­deln. Bevor wir sie über­haupt den­ken kön­nen, kann sich in Bil­dern und Plas­ti­ken der Hin­weis auf die Lösung eines Pro­blems zei­gen, manch­mal sozu­sa­gen wie von selbst Lösun­gen von Pro­ble­men aus„sprechen“. Denn viele Res­sour­cen lie­gen noch im Unbe­wuss­ten verborgen.

Far­ben und For­men haben eine unmit­tel­bare Wir­kung auf unsere Psy­che, die sogar bis ins Phy­sio­lo­gi­sche hin­ein reicht und die Selbst­hei­lungs­kräfte anre­gen kann.
Kör­per­li­ches und See­li­sches sind eng ver­knüpft, und beide Ebe­nen wer­den über die Kunst­the­ra­pie erreicht, indem wir uns durch das gestal­te­ri­sche Tun auf der Ebene der vita­len Kräfte bewe­gen, die zwi­schen Seele und Kör­per ver­mit­teln. Hört sich das geheim­nis­voll an?

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Wenn Sie mehr über Kunst­the­ra­pie erfah­ren wol­len, erklärt in einem kur­zen Video auf der Seite des Dach­ver­ban­des für anthro­po­so­phi­sche Medi­zin, dem DAMID, (https://www.damid.de/verstehen/therapien/kunsttherapie.html) Dr. med. Albrecht Warning einige Hin­ter­gründe zur Kunst­the­ra­pie. Prof. Dr. Warning war – neben eini­gen ande­ren Therapeutikums-Gründungen und dem Auf­bau von Abtei­lun­gen für Kunst­the­ra­pie an Kli­ni­ken – maß­geb­lich an der Grün­dung die The­ra­peu­ten­ge­mein­schaft an der Son­nen­uhr betei­ligt, die 5 Jahre lang in Alf­ter bei Bonn “lebte”, bevor er mit 75 in seine Geburts­stadt Ber­lin umsiedelte!

Ich habe im Som­mer 2018 mit eini­gen der The­ra­peu­ten aus der ehe­ma­li­gen Pra­xis an der Son­nen­uhr in einem Haus in Bonn-Zentrum, auf der Born­hei­mer Str. 25, eine the­ra­peu­ti­sche Pra­xis gegrün­det, wo Sie zu mir und mei­nen Kolleg*innen zu künstlerisch-therapeutischen und sozi­al­künst­le­ri­schen Therapien/Beratungen im wei­tes­ten Sinne kom­men kön­nen, wenn Sie eine Beglei­tung suchen.